Unter dem Titel NOTABENE erscheint seit Herbst 2003 im „Liechtensteiner Vaterland“ eine kulturphilosophische Kolumne, in der sich Manfred Schlapp jede zweite Woche zu Wort meldet. In dieser Kolumne vermittelt der Autor wesentliche Denkanstösse und greift Themata auf, die an Denkwürdigkeiten erinnern, die nicht dem Vergessen anheim fallen dürfen. Die thematische Brücke ist weit gespannt: sie reicht von den Kernproblemen der Philosophie über Grundsatzfragen der Lebensbewältigung bis hin zur Würdigung bedeutender Gestalten aus Wissenschaft und Literatur. Es ist ein Gütesiegel dieser NOTABENE, dass selbst schwierige Themen leicht, ja amüsant zu lese und mit ironischem Witz gewürzt sind. So erstaunt es nicht, dass sich Manfred Schlapps NOTABENE einer treuen Lesergemeinde erfreuen, die von Mal zu Mal gewachsen ist. Diese Lesergemeinde wird es freuen, dass ihnen aus Anlass des 100. NOTABENE ein Buch angeboten wird, in dem diese hundert NOTABENE nachzulesen sind.

Das Buch versammelt literarische, künstlerische und lukullische "Schmankerln". Diese Leckerbissen wurden von Dichtern und Künstlern, von Hobby- und Haubenköchen angerichtet. Das Buch ist in des Wortes doppelter Bedeutung eine kulinarische Delikatesse: Kunst und Literatur geben sich in diesem Buch auf der gastrosophischen Ebene ein Stelldichein.

Dieses Buch lädt den Leser zu einem ideengeschichtlichen Streifzug durch die Abenteuer des abendländischen Denkens ein. Das eigentliche Abenteuer ist einerseits "Der Aufstand des Prometheus", sprich: die antike Aufklärung, und andererseits "Die Wiedererweckung des Prometheus", sprich: die neuzeitliche Aufklärung und ihre Folgen.

Der Untertitel "Flucht und Internierung der Wehrmacht-Armee Holmstons 1945 – 1948" präzisiert die Thematik. Das Buch ist einerseits eine historische Darstellung der Flucht von 500 Wehrmachtrussen nach Liechtenstein im Mai 1945 und deren Internierung im Fürstentum. Zum anderen gibt es Bericht von der Herstellung des Films "Fluchtburg Liechtenstein", der den Anstoss für das Buch gab.

Der Untertitel "Nekrolog auf den Humanismus" reflektiert die Sorge des Autors, wie sie in den zwei Hauptkapiteln zum Ausdruck kommt: Das eine Hauptkapitel, "Das Geisterkarussell", beschreibt den ökologischen Ist-Zustand. Das andere Hauptkapitel, "Die schöne neue Welt", thematisiert "Das manipulierte Neuron" und "Das programmierte Gen".

Der Untertitel "Kritik der reinen und praktischen Unvernunft" spielt auf die berühmten "Kritiken" von Immanuel Kant an und verdeutlicht das Anliegen des Buches: Es zeigt anhand der real existierenden "Welt" von Heute auf, wie es um die Macht bzw. Ohnmacht der Vernunft und um die Vormacht der Unvernunft bestellt ist. Kant wäre nicht begeistert, wenn er Auskunft bekäme über den "Stand des Menschengeschlechts"

Im Untertitel "Kritik an gesellschaftlichem Fehlverhalten" kommt das Anliegen des Verfassers zum Ausdruck: Er spürt die unschönen Gesinnungen und Einstellungen einer Gesellschaft auf, die er in Anlehnung an Friedrich Nietzsche "Hinterwelt" nennt, und beraubt sie der Masken, mit denen sie sich - nach aussen hin edel tuend - tarnt.

Das Buch ist keine fotografische Beschreibung jenes Kleinstaates, der - eingebettet zwischen der Schweiz und Österreich - immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Es ist vielmehr der gesellschaftspolitische Versuch, anhand des Modells namens Fürstentum Liechtenstein darzulegen, dass das Motto "Small is beautiful" keine leere Formel ist.